Vorwort
Bevor am Theater Bremen ein neues Kapitel unter neuer Intendanz aufgeschlagen wird und auch für den Tanz die Weichen in eine neue Richtung gestellt werden, verabschiedet sich das Tanztheater Bremen in seiner jetzigen Besetzung von seinem Publikum mit drei außergewöhnlichen Produktionen. Sie alle stehen im Zeichen des Tanztheaters. Deshalb werden nur Choreographenpersönlichkeiten, die in dieser Tradition groß geworden sind und sie geprägt haben, mit dem persönlichkeitsstarken Ensemble die Stücke erarbeiten. Allen voran Urs Dietrich, der das Bremer Tanztheater seit 1994 wie kaum ein anderer formte und es immer aufs Neue künstlerisch herausforderte. Gleich zu Beginn der Saison ist die Wiederaufnahme »Perpetuum Mobile« von Urs Dietrich im Theater am Goetheplatz zu erleben. Das Stück kam anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Bremen Ende der Spielzeit 2010/2011 in Kooperation mit dem Schauspiel Bremen zur Uraufführung. Danach setzt Henrietta Horn ihre 2010 begonnene, erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Tanztheater Bremen für ein junges Publikum fort. Die Essener Choreographin wird in ihrem neuen Stück »Herzrasen« mit den Tänzerinnen und Tänzern sowie den Jungen Akteuren der Moks Theaterschule das generationsübergreifende Phänomen des rasenden Herzens erkunden. Als spartenübergreifende Produktion des Tanztheater Bremen mit der Oper Bremen, einem Extrachor und den Bremer Philharmonikern steht »Ein deutsches Requiem« von Johannes Brahms auf dem Tanzspielplan. Dieses Werk wird Urs Dietrich inszenieren und choreographieren und zwar dort, wo es 1868 zur Uraufführung kam: im St. Petri Dom Bremen. Ein weiteres, ganz besonderes Projekt zum Abschluss der Saison ist die geplante Neuinszenierung des Klassikers »Callas« von Reinhild Hoffmann. 1983 hatte die damalige Leiterin des Bremer Tanztheaters ihr Werk in der Concordia uraufgeführt. Die Rekonstruktion nach fast 30 Jahren am Theater Bremen soll eine Wiederbegegnung mit einem der Signaturstücke des Tanztheaters ermöglichen. Im Austausch mit der Tanzcompagnie Oldenburg kommt das Stück »Full Body« des Schweizer Choreographen Marcel Leemann ins Neue Schauspielhaus, während das Bremer Ensemble und die Jungen Akteure mit »Herzrasen« von Henrietta Horn in Oldenburg gastieren. Ergänzt wird der Tanzspielplan durch die Reihe »Tanz extra«. In speziellen Formaten wie Vorträgen, Filmvorführungen, aber auch in choreographischen Experimenten der Bremer Tänzerinnen und Tänzer soll das Tanztheater noch einmal ins Zentrum gerückt, thematisiert und diskutiert werden. Das Tanztheater Bremen wünscht Ihnen eine an- und aufregende Spielzeit.
Patricia Stöckemann
Leiterin des Tanztheater Bremen
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