Frühlings Erwachen

Nach Frank Wedekind / 14+

Samstag 28.01.2012 / 20.00 Uhr

Neues Schauspielhaus

Frühlings Erwachen
Die Jugendlichen in »Frühlings Erwachen« wollen es wissen. Alles! Warum sie auf der Welt sind, was für ein Leben sinnvoll ist und wie die Liebe geht. Sie erhalten auf ihre drängenden Fragen keine Antworten, weder Zuhause noch in der Schule. Von ihnen werden Leistungsbereitschaft und gute Noten erwartet. Und so treiben die Jugendlichen durchs Leben, probieren alles aus und stolpern in die Tragödie. Am Ende gibt es zwei Tote: Moritz, der dem Leistungsdruck aus Schule und Elternhaus nicht mehr standhalten kann und Wendla, die an den Folgen einer Abtreibung stirbt. In einer eigenen Bearbeitung für das Moks wird der Regisseur Mario Portmann diesen Klassiker für ein heutiges junges Publikum inszenieren. Es spielen die Ensemblemitglieder des Moks sowie Mitglieder des Schauspielensembles und Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
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Inhalt

Die Jugendlichen in »Frühlings Erwachen« wollen es wissen. Alles! Warum sie auf der Welt sind, was für ein Leben sinnvoll ist und wie die Liebe geht. Sie erhalten auf ihre drängenden Fragen keine Antworten, weder Zuhause noch in der Schule. Von ihnen werden Leistungsbereitschaft und gute Noten erwartet. Und so treiben die Jugendlichen durchs Leben, probieren alles aus und stolpern in die Tragödie. Am Ende gibt es zwei Tote: Moritz, der dem Leistungsdruck aus Schule und Elternhaus nicht mehr standhalten kann und Wendla, die an den Folgen einer Abtreibung stirbt.
In einer eigenen Bearbeitung für das Moks wird der Regisseur Mario Portmann diesen Klassiker für ein heutiges junges Publikum inszenieren.
Es spielen die Ensemblemitglieder des Moks sowie Mitglieder des Schauspielensembles und Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Die Jugendlichen in »Frühlings Erwachen« wollen es wissen. Alles! Warum sie auf der Welt sind, was für ein Leben sinnvoll ist und wie die Liebe geht. Sie erhalten auf ihre drängenden Fragen keine Antworten, weder Zuhause noch in der Schule. Von ihnen werden Leistungsbereitschaft und gute Noten erwartet. Und so treiben die Jugendlichen durchs Leben, probieren alles aus und stolpern in die Tragödie. Am Ende gibt es zwei Tote: Moritz, der dem Leistungsdruck aus Schule und Elternhaus nicht mehr...

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Pressestimmen

Im Chaos der Gefühle
Chaos und Ordnung. Sinn und Unsinn. Leben und Tod. Liebe und Einsamkeit. Macht und Ohnmacht. Alles liegt ganz nah beieinander. Mit sensiblen 14 Jahren kann einen Teenager das in ungeahnte emotionale Höhenräusche wie Tiefenstürze katapultieren. Damals wie heute.
„Frank Wedekinds Drama ‚Frühlings Erwachen’ gibt den Jugendlichen ein Sprachrohr. Nicht mehr Kind, noch längst nicht Erwachsener, bleiben die Teenager allein und unverstanden in ihrer Welt. Was diese immer schneller drehende Welt mit Teenagern machen kann, die durch das Raster aus Erwartungen und Hoffnungen fallen, das zeigt diese temporeiche Inszenierung des Bremer Moks ganz eindrucksvoll.
Was mit Lebenshunger und Neugier beginnt, endet mit Selbstmord und einer tödlichen Abtreibung. Zwei Leben vorzeitig ausgelöscht mit zarten 14. Dabei schien das Leben doch eine einzige Party zu sein? Der Schein am fröhlich blinkenden Autoscooter trügt. Die acht Schulfreunde, die sich dort regelmäßig treffen, Bier trinken, kiffen, tanzen und feiern, sind keineswegs nur lebensfroh. Es ist beklemmend und ergreifend zugleich, wie die Acht zwischen Leistungsdruck aus Schule und Elternhaus und dem Wunsch nach Liebe und dem ersten Mal durch ihr junges Leben pendeln. Glück und Melancholie liegen scheinbar nirgendwo näher beisammen.
Das Stück macht atemlos, egal ob Teenie in der Sinnkrise oder als Erwachsener. Schnell und schwindelerregend führt das erweiterte Moks-Ensemble (Kollegen aus dem Schauspielensemble sowie Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien aus Hannover) durch die Höhen und Tiefen eines Lebens mit 14.
Kreiszeitung, Corinna Laubach

Hier sehen Sie einen Beitrag von buten un binnen zu »Frühlings Erwachen« und hier hören Sie einen Beitrag vom Nordwestradio

Im Chaos der Gefühle
Chaos und Ordnung. Sinn und Unsinn. Leben und Tod. Liebe und Einsamkeit. Macht und Ohnmacht. Alles liegt ganz nah beieinander. Mit sensiblen 14 Jahren kann einen Teenager das in ungeahnte emotionale Höhenräusche wie Tiefenstürze katapultieren. Damals wie heute.
„Frank Wedekinds Drama ‚Frühlings Erwachen’ gibt den Jugendlichen ein Sprachrohr. Nicht mehr Kind, noch längst nicht Erwachsener, bleiben die Teenager allein und unverstanden in ihrer Welt. Was diese immer...

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Weitere Texte

Bei seinem Erscheinen vor über 100 Jahren löste Frank Wedekinds Stück »Frühlings Erwachen« einen Skandal aus. Die Jugendlichen erleben in dem Stück erwachende Sexualität, Schuldruck, Melancholie und Selbstmord. Die Welt der Erwachsenen reagiert auf die existenziellen Nöte der Jugendlichen völlig verständnislos und ist nur darauf bedacht, ihre Macht und Kontrolle über die Kinder beizubehalten. Eine Kindertragödie nannte Wedekind sein Stück im Untertitel, an dessen Ende es zwei Tote zu beklagen gibt. 15 Jahre dauerte es, bis dieses Stück 1906 in einer zensierten Fassung am Deutschen Theater in Berlin in der Regie von Max Reinhardt zur Uraufführung kam. Vieles, was Wedekind in seinem Drama aufgreift, ist nach wie vor aktuell, löst jedoch längst keinen Skandal mehr aus. Wie es heute um zentrale Themen des Stücks wie Leistungsdruck, Aufklärung und Melancholie bei Jugendlichen steht, wollte Rebecca Hohmann, Leiterin des Moks, wissen. Sie sprach mit Janina (15 Jahre), Ayda (21 Jahre), Darius (17 Jahre), Nola (19 Jahre) und Cennet (17 Jahre).

Ein zentrales Thema des Stücks ist der Schuldruck, dem die Jugendlichen ausgesetzt sind. Wie ist das für euch heute? Spürt ihr Schuldruck, Notendruck, Abschlussdruck?

Janina: Ich bin im Zwölf-Jahre-Abitur. Man merkt, dass die Lehrer selber keine Routine darin haben, wie sie den Stoff verteilen sollen. Das ist ein riesengroßer Strudel, wo keiner wirklich mitkommt. Es wird schon recht viel Druck gemacht.

Kommt der Druck eher von der Schule, den Eltern oder von euch selbst?

Janina: Meine Eltern halten sich da raus. Sie sagen, ich soll das schon Ernst nehmen, aber es ist halt mein Leben und meine Sache. Es ist so, dass ich mir selber Druck mache. Weil man immer mitkriegt, man braucht einen guten Abi-Schnitt, um später das studieren zu können, was man möchte.

Nola: Bei mir kam der Druck von den Freunden, die die ganze Zeit über sich gesagt haben: »Ich muss lernen, ich muss lernen.«

Habt ihr erlebt, dass jemand aus eurer Klasse dem Druck nicht standhalten konnte?

Janina: Sehr oft. Gerade jetzt beim Doppeljahrgang 12 und 13 sind sehr viele von den Jüngeren zurückgegangen.

Mit 14, 15 Jahren will man die Liebe entdecken. Die Jugendlichen im Stück leiden darunter, dass die Eltern ihnen auf ihre drängenden Fragen nach Aufklärung keine Antworten geben. Wie war das bei euch? Wie seid ihr aufgeklärt worden? In der Schule oder haben eure Eltern euch aufgeklärt?

Nola: Ich hatte das Glück, dass ich mit Alt-Hippie-Eltern aufgewachsen bin. Da war Sex kein Tabuthema. Das war bei meinen Freunden auch so. Klar gab es welche, die erst im Biologieunterricht damit in Kontakt gekommen sind und schon erstaunt waren. Aber die meisten wussten vorher Bescheid.

Darius: Man bekommt ja auch viel durchs Fernsehen mit. Aber das will man ja nicht zugeben, dass man sein Wissen aus dem Fernsehen hat.

Janina: Ich habe in der Schule alles erklärt bekommen, aber ganz lange den Sinn des Ganzen nicht verstanden. Ich dachte immer, das ist zum Kinder machen und nichts weiter.

Ayda: Ich wusste bis zu einem gewissen Alter gar nicht, dass es Sex gibt. Das war witzig. In der Schule hatten wir in der 5. oder 6. Klasse das Thema Sexualität und Partnerschaft. In der Pause saß ich da und habe gedacht: Wie bitte? Sex, was ist das denn? Es wurde erklärt, wie das alles abläuft und wie ein Kind zustande kommt. Ich war total sauer. Ich dachte, ich hör’ nicht richtig, das kann nicht wahr sein, dass ein Mensch so was Ekliges macht. Dann meinten meine Mitschüler zu mir: Wie ist das denn bei euch? Wie bist du auf die Welt gekommen? Da habe ich erzählt: Meine Eltern schlafen zusammen, also die liegen und schlafen ein und dann schickt Gott ein Kind. Die haben mich so ausgelacht und ich war total ernst. Die haben gesagt: Nein, Ayda, das ist nicht so. Ich bin dann nach Hause gegangen und habe meine Mutter gefragt: Mama ist das wirklich so? Sie hat gar nicht so viel erzählt. Die hat sich eher geschämt. Ich habe mir das dann alles selber zusammengepuzzelt. Janina, du hast ja eben gesagt, du wusstest nicht, wozu Sex da ist, und ich wusste gar nicht, dass es Sex gibt. Bei uns hat man gar nicht darüber geredet.

Ich möchte noch auf die Melancholie zu sprechen kommen, die für die Figuren in »Frühlings Erwachen« eine große Rolle spielt. (Alle seufzen) Kennt ihr das, melancholisch sein? Über was denkt ihr dann nach? Was kommen euch für Gedanken? Und habt ihr in dem Zusammenhang auch schon mal an Selbstmord gedacht?

Nola: Der Gedanke ist eigentlich: Ich bin vollkommen allein auf dieser Welt. Ich verfalle dann ins Selbstmitleid und steigere mich da rein. Zum Beispiel wenn ich in jemanden verknallt war und mitbekommen habe, dass er eine Freundin hat. Dann habe ich laut Musik angemacht, traurige Musik. Und habe dann immer wieder die traurige Musik gespielt und wurde noch trauriger. In dem Moment genießt man auch, wahnsinnig traurig zu sein.

Janina: Wenn es mir aktuell nicht so gut geht, dann hat das mit dem Gefühl zu tun, dass die nächsten 1 ½ Jahre, die ich noch zur Schule gehen muss, keine schönen Jahre sein werden. Mein Alltag ist so monoton. Ich habe das Gefühl, nur noch für die Schule zu leben. In jedem Fach muss ich eine Projektarbeit oder Hausaufgabe machen. Ich komme von der Schule nach Hause, lege mich eine halbe Stunde zu einem Mittagsschlaf hin, mache dann wieder was für die Schule, gehe dann schlafen und stehe morgens dann wieder zur Schule auf. Und so sieht die ganze Woche aus. Man denkt auch, man könnte eigentlich mehr aus seinem Leben machen, was Schöneres, etwas, was mir gefällt und nicht so ein Schulkack, von dem ich sowieso wieder viel vergessen werde, weil es mich einfach nicht interessiert.

Darius: Ich werde manchmal total stumpf und sitze da und gucke nur noch Löcher in die Luft. Aus so einem stumpfen Gefühl und der Hilflosigkeit heraus, wie man es seinen Eltern erklären soll, was mit einem los ist, habe ich auch schon mal an Selbstmord gedacht.

Nola: Ich hab das oft meinen Eltern gesagt, wenn ich mich mit ihnen gestritten habe. Aber das war eher ein Wunsch nach Aufmerksamkeit.

Wie reagieren eure Eltern, wenn ihr ihnen davon erzählt?

Darius: Einmal habe ich mich getraut, das bei meiner Mutter anzusprechen. Sie war total aufgelöst und ist wirklich ein wenig panisch geworden. Sie hat mich die ganze Zeit festgehalten und hat mich darum gebeten, dass ich nicht noch mal auf so eine Idee komme.

Cennet: Mein Vater sagt immer zu mir: Wenn du in dieser Welt überleben willst, dann musst du stark sein. Wenn ich traurig bin, dann tröstet er mich nicht, sondern sagt: Was soll der Scheiß, wie willst du überleben, wenn du nicht stark sein kannst? Es ist nicht so, dass er total gefühlslos ist, aber tja, sei stark.

Darius: Irgendetwas hält einen immer noch.

Janina: Die Zukunft hält einen.

Nola: Stimmt. Ich habe auch so eine Lust drauf, noch meine Zukunft zu erleben.

Bei seinem Erscheinen vor über 100 Jahren löste Frank Wedekinds Stück »Frühlings Erwachen« einen Skandal aus. Die Jugendlichen erleben in dem Stück erwachende Sexualität, Schuldruck, Melancholie und Selbstmord. Die Welt der Erwachsenen reagiert auf die existenziellen Nöte der Jugendlichen völlig...

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