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Neuigkeiten

Heute: Vorstellungsentfall im Neuen Schauspielhaus

Die Vorstellung „Torquato Tasso“ heute, Mittwoch 16. Mai 2012 um 20.00 Uhr im Neuen Schauspielhaus, muss wegen Erkrankung im Ensemble entfallen. Alternativ stehen aber heute Abend zwei andere Inszenierungen auf dem Spielplan: „Alt...

Premierenverschiebung: „Orestie“

Neuer Premierentermin für die Schauspielproduktion „Orestie“: Krankheitsbedingt wird das Schauspiel von Aischylos in der Bremer Inszenierung von Alice Buddeberg nicht wie vorgesehen am Donnerstag, 17. Mai, sondern am Sonntag,...

Spielplan 2012/13 vorgestellt

Hier können Sie das Spielzeitheft direkt durchblättern Hier können Sie sich die Biografien der neuen Künstlerinnen und Künstler des Theater Bremen als PDF herunterladen Im voll besetzten Foyer des Theaters am Goetheplatz hat Michael...

Zwei Dernieren im Mai

Die zwei großen Opern „Das Land des Lächelns“ als auch „Der Rosenkavalier“ werden im Mai das letzte Mal auf der Bühne des Theater am Goetheplatz zu genießen sein. Die unter der Regie von Lukas Langhoff aufgeführte Operette...

„Platonow“ – Der Drink zum Stück

Ein heißer Sommer irgendwo in der (russischen) Provinz. Lauter tragikomische, gelangweilte Figuren treffen sich auf dem Landgut der attraktiven, jungen Witwe Anna Petrowna, um zu trinken, zu streiten, zu lieben... Im Stück „Platonow“...

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All diese Tage
All diese scheinbar undramatischen Alltagssituationen, die ganz nah am Leben sind; all die Hoffnungen, Träume, Enttäuschungen und Sehnsüchte, die unter der Alltags-Oberfläche spürbar sind, sind Themen der neuen Oper »All diese Tage«. Zugleich ist sie ein Panoptikum unserer Zeit, die mit ihrem Gegensatz von permanenter Vernetzung und Beziehungslosigkeit, von Überangebot und innerer Einsamkeit eine große Herausforderung für den Einzelnen darstellt. Diese »Zeit­oper« lebt vom Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Alltag. Ihre rasante, abwechslungsreiche und ­energievolle Musik führt den Zuschauer mit treibenden Rhythmen durch den »Alltag« von Bremer Familien. Das Libretto von Andrea Heuser entstand auf Grundlage von Interviews mit Bremer Jugendlichen, die Musik schrieb der renommierte Komponist und Pianist Moritz Eggert. Regie führt Michael Talke, der zuletzt in Bremen die erfolgreichen Moks-Produktionen »DNA« und »Ich, Peer Gynt« inszenierte. In Kooperation mit SV Werder Bremen – Sozialmanagement
18-05-2012.52513
Herzog Blaubarts Burg / Blaubart
Blaubart: Serienmörder, Seelenfänger, Liebender? Zahlreiche Werke in allen Bereichen der Kunst beschäftigen sich mit diesem Mythos. So auch Béla Bártok in seiner einaktigen Oper. Judit, die Blaubart auf sein Schloss gefolgt ist, will alles über ihn erfahren und wird schließlich selbst Teil seines dunklen Geheimnisses. Franz Hummel widmet sich in seiner Blaubartadaption ganz den tiefenpsychologischen Ebenen des Stoffs. Auf Grundlage von Siegmund Freuds »Der Fall Dora« werden die Gespräche Freuds und Doras und das stetig tiefer gehende Eindringen in die Seele des anderen musiktheatralisch verarbeitet. Franz Hummel schafft für die Bremer Aufführung eigens eine neue Orchesterinstrumentierung, die Markus Poschner mit den Bremer Philharmonikern zur Uraufführung bringen wird. Inszeniert werden beide Stücke von Rosamund Gilmore, deren Regiearbeiten durch »Keine Stille außer der des Windes« oder der »West Side Story« in Bremen bestens bekannt sind.
13-06-2012.51768
All diese Tage
All diese scheinbar undramatischen Alltagssituationen, die ganz nah am Leben sind; all die Hoffnungen, Träume, Enttäuschungen und Sehnsüchte, die unter der Alltags-Oberfläche spürbar sind, sind Themen der neuen Oper »All diese Tage«. Zugleich ist sie ein Panoptikum unserer Zeit, die mit ihrem Gegensatz von permanenter Vernetzung und Beziehungslosigkeit, von Überangebot und innerer Einsamkeit eine große Herausforderung für den Einzelnen darstellt. Diese »Zeit­oper« lebt vom Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Alltag. Ihre rasante, abwechslungsreiche und ­energievolle Musik führt den Zuschauer mit treibenden Rhythmen durch den »Alltag« von Bremer Familien. Das Libretto von Andrea Heuser entstand auf Grundlage von Interviews mit Bremer Jugendlichen, die Musik schrieb der renommierte Komponist und Pianist Moritz Eggert. Regie führt Michael Talke, der zuletzt in Bremen die erfolgreichen Moks-Produktionen »DNA« und »Ich, Peer Gynt« inszenierte. In Kooperation mit SV Werder Bremen – Sozialmanagement
12-07-2012.52513
Frühlings Erwachen
Die Jugendlichen in »Frühlings Erwachen« wollen es wissen. Alles! Warum sie auf der Welt sind, was für ein Leben sinnvoll ist und wie die Liebe geht. Sie erhalten auf ihre drängenden Fragen keine Antworten, weder Zuhause noch in der Schule. Von ihnen werden Leistungsbereitschaft und gute Noten erwartet. Und so treiben die Jugendlichen durchs Leben, probieren alles aus und stolpern in die Tragödie. Am Ende gibt es zwei Tote: Moritz, der dem Leistungsdruck aus Schule und Elternhaus nicht mehr standhalten kann und Wendla, die an den Folgen einer Abtreibung stirbt. In einer eigenen Bearbeitung für das Moks wird der Regisseur Mario Portmann diesen Klassiker für ein heutiges junges Publikum inszenieren. Es spielen die Ensemblemitglieder des Moks sowie Mitglieder des Schauspielensembles und Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
25-06-2012.50214
Die Bürgschaft
»Zu Dionys dem Tyrannen ...«, so beginnt Friedrich Schillers Ballade, deren Figurenkonstellation alles für ein packendes Drama oder sogar für einen Abenteuerfilm beinhaltet. Zwei treue Freunde, ein böser Widersacher, eine unlösbare Aufgabe und ein Happy-End. Der Autor Lothar Kittstein übersetzt diese Konstellation in seinem Theaterstück ins Heute. Die Freunde werden zu einem Ehepaar, der Tyrann zu einem Verbrecher, der kommt, um Schulden einzutreiben. Gerd, der Ehemann, hat 12 Stunden Zeit, um 85.000 Euro zusammenzubekommen, sonst stirbt seine Frau Anja. Er macht sich auf den Weg in die Nacht ... Derweil kommen sich Anja und der Kriminelle, Thomas, näher. Lothar Kittstein hat einen modernen Thriller geschrieben, in dem Liebe und Treue sich durchsetzen müssen, aber Gewalt und Gier scheinen immer die Oberhand zu behalten.
10-06-2012.50219
Geheim
Dieters Ideen und seine Welt waren immer schon von kleinen Verrücktheiten und leichten Exaltiertheiten geprägt: als Kind hat er seinem Freund Fritz dabei geholfen, das Fliegen zu lernen. Seine spätere Frau Lilly hat sich bei einem wilden Twist-Tanz mit ihm in ihn verliebt. Und mit seinem zehnjährigen Enkel Jonathan und dessen Freundin Meike spielte er über Tisch und Stühle springend phantastische Piratenabenteuer. Doch Opa Dieter hat sich verändert: er ist vergesslich und lebt mehr und mehr in einer sehr speziellen Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verschwimmen und Gegenwart und Vergangenheit miteinander verwoben sind. Gemeinsam mit Jonathan und Meike taucht Opa Dieter in seine eigene Kindheit ab und entdeckt mit ihnen ein Geheimnis, das er sein Leben lang mit sich herumgetragen hat. Ein Ereignis, das er wegen Schuldgefühlen geheim gehalten und das ihm eine wichtige Freundschaft erhalten hat.
05-06-2012.48723
Hauptsache Arbeit
Endlich! Er ist da! Der Höhepunkt des (Arbeits-)Lebens: Der alljährliche Betriebsausflug. Also umgibt man sich mit den Menschen, mit denen man eh schon die meiste Zeit seines kleinen Lebens vergeudet – den lieben Arbeitskollegen. Der Chef einer großen Versicherungsgesellschaft spendiert seinen lieben Angestellten einen Ausflug auf dem Vergnügungsdampfer. Doch hier geht es bei weitem nicht um die Erholung für die Angestellten, sondern um nichts weniger als ihre bloße Existenz – den eigenen Arbeitsplatz. Denn bei dieser grotesk-komischen Überfahrt muss ein jeder beweisen, dass er der Beste und Einzige für seinen Posten ist.
27-06-2012.48576
Das Leben ein Traum
Der rechtmäßige Thronfolger Sigismund wird von seinem eigenen Vater, dem König Basilius, in einem Verlies gefangen gehalten. Denn die Sterne deuten ihm ein unheilvolles Schicksal voraus: Sollte Sigismund sein Erbe antreten, werde aus ihm ein herrschsüchtiger Tyrann. Doch eines Tages wagt der König ein Experiment. Sein Sohn soll sich beweisen und für einen Tag regieren dürfen. Mittels eines Schlaftrunkes wird er in sein neues Reich geführt. Doch wie geweissagt, entwickelt Sigismund sich zu einem brutalen und rücksichtslosen Herrscher. Er wird erneut eingeschläfert und in sein Gefängnis zurück gebracht. Als er erwacht, versichert ihm sein einziger Vertrauter Clotald, dass er alles nur erträumt habe. Doch was ist nun tatsächlich Wirklichkeit und was entspringt allein der Phantasie? Die Grenzen zwischen Traum und Realität verschwimmen und lassen die Vermutung zu, dass vielleicht sogar das ganze Leben nur ein Traum ist.
20-06-2012.52127
Platonow
Ein heißer Sommer irgendwo in der (russischen) Provinz. Lauter tragikomische, gelangweilte Figuren treffen sich auf dem Landgut der attraktiven, jungen Witwe Anna Petrowna, um zu trinken, zu streiten, zu lieben. Vereint in Bankrott und Melancholie feiern sie als gäbe es kein Morgen. Mittelpunkt des Geschehens ist Platonow: Einst hoffnungsvoller Student, nun gescheiterter Dorfschullehrer, ebenso charmant und intelligent wie zynisch und egozentrisch. Gleich vier Frauen sind seiner zerstörerischen Anziehungskraft erlegen – doch ihre Liebe kann er weder erwidern noch ablehnen. Stattdessen suhlt er sich in Selbstmitleid und Selbsthass bis es zum tödlichen Finale kommt. Materielle Sicherheit, Moral, innere Überzeugungen und Zukunftsperspektiven scheinen kaum noch vorhanden – einzig die Liebe gibt einen Schimmer Hoffnung in einer auf tragikomische Weise zerbröckelnden Welt. In Kooperation mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
19-06-2012.52040
Die Zauberflöte
Sie ist der unangefochtene Publikumsliebling: Mozarts „Zauberflöte“. Einfache Menschen, Geistlichkeit und die Welt der Finsternis ließ der Meister in einer wundersamen Geschichte zusammentreffen und komponierte eine Musik, die – von schlichten Melodien bis zu feierlichen Klängen – jeder Person einen eigenen Ton verleiht. Tamino und ein seltsamer Vogelhändler sollen die Tochter der Königin der Nacht befreien. Eine Zauberflöte und ein Glockenspiel helfen ihnen dabei, den wahren Bösen zu entlarven und die Prüfungen ihrer Menschlichkeit zu bestehen. „Wo so viel Liebe ist, kann sich das Böse nicht entfalten.“ Regisseur Chris Alexander stammt aus den USA, hat aber zu Bremen eine besondere Beziehung: 1984 gründete er die bremer shakespeare company, der er bis 1991 angehörte. Seitdem arbeitet er als freier Regisseur vor allem im Musiktheater und inszeniert vorwiegend an den großen Häusern der Vereinigten Staaten.
27-05-2012.48743
Leonce und Lena
Dem Burn-out nahe wünscht sich König Peter vom Reiche Popo nichts sehnlicher, als sein Amt seinem Sohn übergeben zu können. Doch der verwöhnte Kronprinz Leonce zeigt keinerlei Interesse. Als König Peter seinen Sohn mit Prinzessin Lena vom Nachbarreich Pipi verheiraten will, ergreift Leonce zusammen mit seinem Freund Valerio die Flucht – denn dieser Heirat mit einer Unbekannten und der damit verbundenen Nachfolge seines Vaters will er in jedem Fall entgehen. Unterwegs treffen die beiden auf Lena und ihre Gouvernante, die ebenfalls vor der staatlich beschlossenen Ehe flüchten. Den jeweils anderen nicht erkennend entdecken Leonce und Lena ein ihnen bisher unbekanntes, vom Überdruss betäubtes Gefühl: die Liebe. Mithilfe eines Tricks und nicht uneigennützig arrangiert Valerio die Hochzeit mit der scheinbar Unbekannten. Für das Regie-Team Biel/Zboralski skizziert »Leonce und Lena« das Spannungsfeld zwischen der heutzutage durch vermeintlich grenzenlose Freiheit und gesicherten Wohlstand verwahrlosten Müdigkeitsgesellschaft und dem durch ständige Erreichbarkeit, Flexibilität und Mobilität entstandenen Wunsch nach Entschleunigung.
30-06-2012.50302
AltArmArbeitslos
»Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen.« Gegen den (angeblichen) Trend des Rückgangs von Arbeitslosigkeit haben ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer stärkere Probleme, eine neue Anstellung zu finden. Allein in Bremen ist die Zahl der Arbeitslosen über 50 in den vergangenen Jahren um 10,2 Prozent gestiegen. Hinzu kommt, dass eine große Zahl älterer Mitbürger in der bundesweiten Arbeitslosen-Statistik gar nicht erfasst wird: Sie nehmen an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung oder Weiterbildung teil oder absolvieren Ein-Euro-Jobs. Der Regisseur Volker Lösch und sein Team, das seit Jahren an Theatern soziale Fragen unter Einbeziehung von Laienspielerinnen und Laienspielern theatralisch verhandelt, wird am Theater Bremen mit Bremer Bürgern und Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles eine neue Version der »Bremer Stadtmusikanten« erarbeiten.
23-06-2012.50987
Ulrike Maria Stuart
Königinnen im Streit um nichts weniger als Anerkennung, Liebe, Ideale und Macht – Maria Stuart gegen Elisabeth I., Ulrike Meinhof gegen Gudrun Ensslin. Wie schon der Stücktitel andeutet, lässt Elfriede Jelinek Friedrich Schillers Protagonistinnen auf die weiblichen Führungspersönlichkeiten der RAF treffen. Anhand historischer, literaturgeschichtlicher und fiktiver Stimmen collagiert Jelinek Ereignisse aus der Geschichte der RAF und Schlüsselszenen aus »Maria Stuart« – weibliche Machtansprüche, Emanzipationsanstrengungen sowie die Vereinbarkeit von Mutterschaft und künstlerischer oder politischer Tätigkeit werden hierbei zu zentralen Themen. Und nicht zuletzt stellt sich hierbei die Frage nach der mythischen Verklärung der historischen Figuren und ihrer Bedeutung für uns heute.
22-06-2012.48173
Into the blue
Jan Pusch Als Schöpfer gestalten wir die virtuelle Welt nach unseren Wünschen. Im körperlosen, digitalen Simulationsexil sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt. Losgelöst surfen wir auf der Welle unserer Omnipotenz. Sind wir endlich, was wir immer sein wollten: Master of the Universe? In seiner international erfolgreichsten Tanz-Produktion, die er nun mit Tänzern seines Braunschweiger Ensembles neu auflegt, stellt Jan Pusch in drei Soli Fragen nach der Rolle des Körpers, nach Identität und Authentizität in einer Welt, in der Grenzen durchlässig, Räume variabel und Fixpunkte in ständiger Bewegung sind. Im subtilen Zusammenspiel zwischen Darstellern und Videoprojektionen werden Konsequenzen einer Existenz an der Grenze zwischen Greifbarem und Ungreifbarem, Körper und Idee spürbar. »Ein ›Meisterwerk‹, das wie selten virtuelle Bilder und reale Körper in eine ebenso logische wie lustvolle Spannung bringt.« tanz
02-06-2012.52552
Torquato Tasso
Herzog Alfons von Ferrara weilt mit seiner Schwester der Prinzessin Leonore und der Gräfin Leonore von Scandiano auf seinem Schloss in Belriguardo. Stargast der Sommerfrische ist der junge Dichter Tasso. Gerade hat er sein neuestes Werk abgeschlossen und bedankt sich bei seinem Mäzen für dessen Förderung. Der Herzog und beide Damen sonnen sich im Spiegel von Tassos Künstlertum bis mit der Ankunft des Staatssekretärs Antonio die Geschäfte und der Alltag in Belriguardo einbrechen. Dank Antonios Geschick ist ein wichtiger Deal mit dem Papst gelungen: »Italien soll ruhig sein!« In der Folge geraten Dichter und Staatssekretär nicht nur verbal aneinander. Der Versuch, das gute Leben auf Belriguardo von den Höhen und Tiefen der Realität abzuschirmen, ist misslungen. Psychische Abhängigkeiten und persönliche Abgründe der Protagonisten befördern die Ereignisse in Goethes klassischem Schauspiel an den Rand der Tragödie. Regisseurin Nora Somaini interessiert an Goethes »Tasso« die Spannung zwischen der präzisen hohen Sprache und der Widersprüchlichkeit seiner Protagonisten. Goethes »Tasso« provoziert zum Nachdenken über eigene Positionen und persönliches Engagement. Die Abhängigkeit des Künstlers von der Macht und dem Geld scheinen zeitlos und die Differenz zwischen den Gewinnern und Verlierern der Krisen wächst weiter an.
28-06-2012.51618
Drei Sekunden
Julian verliert innerhalb von drei Sekunden sein ganzes Leben. Eine Unbekannte wirft sich ihm vors Auto und ist sofort tot. Er wird ohne seine Wahl Opfer einer Selbstmörderin und lädt ungefragt eine enorme Schuld auf sich. Diese Schuld bestimmt von nun an jeden einzelnen Moment in Julians Leben. Seine gesamte Identität macht er von diesem Unfall abhängig. Aber war es wirklich ein Unfall? Ist er nur Opfer oder doch Täter? Und warum gerade er? Die Antworten auf seine Fragen sucht er im Leben von Patricia, der Tochter der Toten. Julian dringt übergriffig in ihre Privatsphäre, ihr Leben ein und findet nicht zu seinem eigenen zurück. Denn Julian ist überzeugt: Die Tote hat ihn auserwählt.
28-06-2012.51352
Das Tagebuch der Anne Frank
Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank, die 1929 in Frankfurt geboren wurde und 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb, wurde zu einem literarischen Welterfolg. In seiner Mono-Oper von 1969 schildert der russische Komponist Grigori Frid auf der Grundlage von Annes Tagebuch in knappen Bildern das Schicksal des 13-jährigen Mädchens, das davon träumte, Schriftstellerin zu werden. Der Regisseur Patric Seibert wird gemeinsam mit der Sopranistin Marysol Schalit und der Pianistin Kristina Ruge die verschiedenen Facetten Anne Franks – zwischen glorifizierter Heldin und ganz normalem Teenager mit Sehnsüchten und Problemen – erarbeiten und inszenieren. Ergänzt werden die Gesangspassagen durch gelesene Auszüge aus Anne Franks Tagebuch.
22-06-2012.51457
Mein Kampf
Ein Männerwohnheim im Wien des 20. Jahrhunderts. Der sanftmütige Schlomo Herzl wohnt hier mit dem abgehalfterten Koscher-Koch Lobkowitz auf engstem Raum zusammen. Herzl zieht nachts durch die Straßen und verkauft Bücher. Mal die Bibel, mal das Kamasutra. Doch eigentlich will er selbst ein Buch schreiben. Schon der Titel für sein geplantes Opus magnum verheißt Großes: »Mein Kampf«. Plötzlich steht der junge Adolf Hitler mit seinem selbst zugeschriebenen Talent zur Malerei auf der Türschwelle. Sein Plan: auf der Kunstakademie entdeckt zu werden. Er mietet sich bei Schlomo und Lobkowitz ein und wartet auf den großen Tag, an dem er sein Studium beginnen kann. Ohne finanzielle Mittel und ohne Talent hat er nichts als seinen Hass auf Juden, Radfahrer und alles, was rund ist. Hitler ist begeistert von Schlomos Buchtitel und der großherzige Jude überlässt ihn dem aufstrebenden jungen Mann, der einmal als Diktator ganz Europa ins Verderben stürzen wird, für eigene literarische Arbeiten. George Taboris Stück »Mein Kampf« beschäftigt sich in komödienhafter Form mit dem Trauma der Shoah. Es ist eine wunderbare Farce: respektlos, bitterböse und gnadenlos komisch.
24-06-2012.47209
Wenn du mir meine Stimme nimmst
»Man kann uns nur dafür lieben. Für die Dinge, die wir tun, die wir tun, damit wir geliebt werden.« Für die dritte Premiere im Brauhauskeller in dieser Spielzeit konnte das Schauspiel Bremen einen Künstler gewinnen, der sowohl Dramatiker als auch Regisseur ist und in Bremen die Uraufführung seines Stückes inszenieren wird. Seidel hat sich für »Wenn du mir meine Stimme nimmst« von Motiven des psychologisch tiefsten Märchens von Hans Christian Andersen, »Die kleine Meerjungfrau«, anregen lassen. Ein Stück über Begierde und Liebe ist entstanden, in dessen Zentrum die Sehnsucht der Meerjungfrau nach Erfüllung und nach Unendlichkeit steht. Sie sucht nach einer Sprache des Herzens, nach einer Sprache des Blicks. Ihr Wunsch, eine wirkliche Begegnung mit dem Prinzen erleben zu können, bleibt aber unerfüllbar. Stephan Seidel studierte Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/Main. Er war Stipendiat am Watermill Center von Robert Wilson in New York und des Autorenlabors am Düsseldorfer Schauspielhaus. In der Spielzeit 2011/2012 ist er Hausautor am Staatstheater Mainz.
20-06-2012.52259
Endspiel
Aus, es ist aus, es ist so gut wie aus es muss so gut wie aus sein.« – wer kann das schon genau sagen? Der darüber sinnierende Clov jedenfalls nicht. Eine nicht näher bezeichnete Katastrophe hat fast alles Leben ausgelöscht – nur zwei Überlebende scheint es zu geben: Hamm, der blind und gelähmt im Rollstuhl sitzt, und Clov, der nur noch mit großer Mühe gehen kann. Gegenseitige, existenzielle Abhängigkeit verbindet und daraus entstandener Hass trennt die beiden gleichermaßen – es entspringt daraus ein absurd tragikomisches Endzeitstimmungsspiel.
23-06-2012.48935
Die Glasmenagerie
Nach „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ zeigt das Schauspiel Bremen ein weiteres Stück des amerikanischen Dramatikers Tennessee Williams. Mit „Die Glasmenagerie“ konnte sich Williams 1944 als Theaterautor etablieren und den Grundstein seiner erfolgreichen Karriere legen. Amanda lebt mit ihren Kindern Laura und Tom in ärmlichen Verhältnissen. Ihr Mann hat die Familie längst verlassen. Jeder sucht nun seinen Weg aus dieser Misere. Amanda lebt in ihren Jugenderinnerungen, Tom träumt von einem Leben als Dichter und Laura entflieht der Realität mit Hilfe ihrer Glasmenagerie, einer Sammlung von Glastierchen, die sie hütet und beschützt. Auf Drängen der Mutter, die ihre Tochter endlich verheiratet und ihr eigenes Leben abgesichert sehen will, lädt Tom seinen Arbeitskollegen Jim nach Hause ein. Als sich der vermeintliche Hoffnungsträger im Laufe des Abends jedoch als bereits vergebener Mann herausstellt, bricht das mühsam errichtete Wunschweltbild der gesamten Familie zusammen. Der Moralist Tennessee Williams zeigt mit einer poetischen Eindringlichkeit, wie leicht es ist, vor einer ungeliebten Realität in einen Traum zu fliehen, und dass die Realität doch immer stärker ist als jeder Traum. Der Regisseur Matthias Kaschig, Jahrgang 1976, studierte Schauspieltheaterregie am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg. Seit 2004 arbeitet er als freier Regisseur. Am Theater Bremen inszenierte er bereits „Katzen haben sieben Leben“ von Jenny Erpenbeck und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Edward Albee.
24-06-2012.48175
Die Nibelungen
Gunther, König der Burgunden, will die isländische Fürstin Brunhild zur Frau. Mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, akzeptiert sie niemanden, der ihr nicht ebenbürtig ist. Der junge Held Siegfried, ausgestattet mit Schwert, Tarnkappe und durch Drachenblut (fast) unverwundbar, ist bereit Gunther zu helfen. Als Lohn für seinen Betrug erhält Siegfried Gunthers Schwester Kriemhild zur Frau. Doch der naive Held hat nicht mit dem brennenden Neid Hagens gerechnet. Aus Angst, seine Position am Hof zu verlieren, spinnt der eine gemeine Intrige, die zu Siegfrieds Tod führt, aber schließlich auch alle Burgunden untergehen lässt – denn Kriemhild schwört grausame Rache ... Friedrich Hebbel folgt in seinem »Trauerspiel in drei Abteilungen« sorgsam der Vorlage des »Nibelungenlieds« aus dem 12. Jahrhundert und kann die unbändige Kraft der germanischen Sage am Leben erhalten. Von großen Emotionen geleitet gehen alle Figuren zur Erreichung ihrer Ziele und zur Erfüllung ihrer Wünsche skrupellos über Leichen.
09-07-2012.48174
Struwwelpeter
Einer kippelt mit dem Stuhl. Ein anderer erkundet Sturm und Regen. Eine will, wie sie es bei der Mutter gesehen hat, Streichhölzer anzünden. Ein weiterer will nicht das essen, was ihm vor die Nase gesetzt wird. Noch einer entdeckt lieber den Himmel als auf den Weg zu achten. Und einer lutscht zum Trost am Daumen. Ausgehend von Heinrich Hoffmanns Figuren in seinem Kinderbuch »Der Struwwelpeter« entdecken die Spieler im Moks die Welt und erproben ihre Fähigkeiten und Eigenarten. Wie hoch kann ich auf der Leiter klettern? Wie fühlt es sich an, wenn ich einen kurzen Moment zwischen Decke und Erde schwebe? Kann man auf der Schaukel mehr machen als drauf sitzen und schaukeln? Was verschafft mir Trost? Wie überwinde ich Angst? Und kann ich vielleicht doch mal zu dem Fenster hoch steigen? Bei ihren Erkundungen lernen sie ihre Umgebung und ihre Möglichkeiten kennen. Aber auch ihre eigenen Grenzen und die, die ihnen von den Erwachsenen gesetzt werden. Sie testen viele Vorschriften aus: Was macht Sinn zu tun und was lässt man vielleicht lieber bleiben? Die Choreographin und Regisseurin Hanna Hegenscheidt nimmt in ihrer ersten Arbeit am Moks die Perspektive der Kinder ein und verfolgt ihren Weg durch eine Welt, in die sie hineingeboren wurden.
29-06-2012.51905

 

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